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Thomas Heilmann, Senator für Justiz und Verbraucherschutz zur Kampagne Smarte Bürger

Liebe Leserinnen und Leser,

80 Prozent der Internetnutzer finden es nicht in Ordnung, wenn Unternehmen Nutzerdaten und Nutzerverhalten im Netz für eigene Zwecke nutzen. Aber zumindest ein Teil dieser 80 Prozent vermeldet trotzdem stolz vía Fitness-App auf Facebook, dass man gerade 8,24 Kilometer in 19,4 Minuten gelaufen ist. Jugendliche scannen dank Tinder die Umgebung nach flirtwilligen Singles ab, die in diesem Moment online sind. Und IT-Trendscouts schwärmen von einer Gesichtserkennungssoftware, die das Einkaufen nichts weniger als revolutionieren soll: Ihr Gesicht wird beim Betreten des Ladens erkannt, die Lebensmittel im Einkaufswagen werden beim Verlassen automatisch erfasst und die Summe wird direkt vom Konto abgebucht. Kassierer und Geldbörse? Überflüssig.

Nützlich auch beim Restaurantbesuch: Dank vernetzter Software ist Ihre Vorliebe für Spätburgunder bekannt, also steht der Wein schon auf dem Tisch, bevor Sie auch nur den Mantel ausgezogen haben. Feine Sache, man muss nicht warten.

Ungünstig, wenn man eigentlich incognito unterwegs sein wollte.

Fazit: Ebenso wie die Haltung der Deutschen zum Netz ist also auch das Netz selber. Widersprüchlich. Es ist nicht gut oder böse sondern es ist da.

Und wir sollten uns überlegen, wie und für welche Zwecke wollen wir das Internet nutzen? Wie viel möchten wir von uns preisgeben? Und vor allem sollten wir uns darüber bewusst sein, dass die Datenspuren, die wir hinterlassen, nicht nur kleine Trampelpfade sind sondern breite mehrspurige Daten-Autobahnen mit blinkenden Hinweisschildern sein können.


Mit unserer Kampagne »Smarte Bürger für eine Smarte Stadt«, die wir zusammen mit der Technologiestiftung Berlin starten, möchten wir das Bewusstsein schärfen für die Widersprüchlichkeit, für die guten und die weniger guten Seiten.

Welcher Internet-Typ bin ich, wo lauern versteckte Datenfallen und wieso werden trotz der Unendlichkeit des Angebots im Netz meine Auswahlmöglichkeiten am Ende immer weniger?

Fragen, die Sie sich stellen sollten – und die wir Ihnen mit dem Online-Quiz und der Kampagne hoffentlich beantworten können. Ich wünsche Ihnen dabei ebenso viel Spaß wie Erkenntnisgewinn.



Herzliche Grüße,
Thomas Heilmann
Senator für Justiz und Verbraucherschutz